Die Partei Duisburg

Offener Brief an die Mitglieder des Rats der Stadt und Oberbürgermeister Sören Link

Sehr geehrte Mitglieder:innen des Rats der Stadt,
guten Tag, Herr Oberbürgermeister Sören Link,

wir befinden uns im Jahre 2022 n.Chr. Ganz Duisburg scheint an diesem oder jenem Montag von den Querdenker:innen besetzt. Ganz Duisburg? Nein. Eine aus unbeugsamen (aber sehr gut gekleideten) Mitglieder:innen bestehende 1-Prozent-Partei hört nicht auf, den Solidariätsverweigerern Widerstand zu leisten. 

Was war geschehen?

Seit knapp 2 Jahren hat die Corona-Pandemie die Menschen im Land fest im Griff. Die Politik eiert vor sich hin, Fehler werden gemacht, nix draus lernt, wiederholt und von vorn. Nach der Wahl ist vor der Wahl ist nach der Wahl ist vor der Wahl. Man kennt das ja.

Und während wichtige politische Entscheidungen weiter lustig hin und her prokrastiniert werden, rottet sich im Neuland eine ebenso wilde wie gefährliche Mischpoke aus Esoteriker:innen, Wut- und Angstbürger:innen, Rückwärtsdenker:innen und am Dunning-Kruger-Effekt leidenden Hobby-Virolog:innen unter der Führung (*Hitlerbärtchen-Smiley*) von gewaltbereiten, offen Rechtsradikalen und Neonazis zusammen, um mit ihren montäglichen „Spaziergängen“ ein ganzes Land zu terrorisieren.

Seit dem 27.12.2021 organisiert – entgegen ihrer selbst auferlegten Faulenquote – die Partei Die PARTEI Duisburg als einzige bürgerliche (!) Partei Duisburgs eine Mahnwache gegen eben jene geistigen Brandstifter:innen, die ungehindert und ohne Einhaltung jeglicher Ab- und Anstandsregeln sowie geltender Hygieneregeln durch Duisburg marschieren. Ja, marschieren. Denn das ist, was Patrioten tun, wenn sie von „Spaziergang“ reden. Es ist eine Machtdemonstration ihrer vermeintlich geistreichen Ideen zur Vermeidung der Corona-Auflagen: Lollis, Wegzehrung und Trillerpfeifen, um die Maskenpflicht zu umgehen, Familien mit Kindern ganz vorne laufen lassen, um sich vor Zugriffen der Ordnungskräfte zu schützen etc. pp.

Unserem wöchentlichen Aufruf sind bisher lediglich die Antifaschistische Initiative Duisburg und Partei DIE LINKE gefolgt. (Danke!)

Und nun frage ich Sie, meine Damen und Herren der Ratsfraktionen: Wo zum Querdenker sind Sie? Wo sind Ihre bürgerlichen Parteien?
Niemand erwartet viel von der #FCKAFD oder der #niewiederCDU. Aber wo seid ihr, liebe Demokrat:innen von den Grünen?
Wo sind Sie von der „Irgendwas-Mit-Sozial“-Partei? (Für die, die es vergessen haben sollten: gemeint ist die SPD.)

Und wo wir gerade von Ihrer Partei reden, Herr Link, was ist eigentlich mit Ihnen? Wo sind Sie montags gegen 18:00 Uhr? Gerade Sie, der so gerne den Blick gen Süden Richtung Düsseldorf schweifen lässt. Nein, nicht zum Kö-Bogen, dem Leuchtturmprojekt Düsseldorfs, dem Sie mit The Curve nur so mittel gerecht werden konnten. Nein, weiter Richtung Rathaus.

Dort haben nämlich die Ratsparteien gemeinsam (das heißt die Grünen, CDU, SPD, FDP und Linkspartei ZUSAMMEN!) aufgerufen, sich dem Gegenprotest anzuschließen. Für den kommenden Montag wird sogar der Oberbürgermeister Düsseldorfs Stephan Keller erwartet. Und der ist von der CDU!

Mehr noch: er unterschrieb als einer der ersten den Offenen Brief des Düsseldorfer Appells (Quelle: Für Solidarität und Demokratie – gruene-duesseldorf.de) und positionierte sich damit ganz klar, denn er „kann und will nicht neutral sein, wenn Extremisten mit Fackeln durch die Städte laufen“ (Quelle: Darum lehnen Düsseldorfer radikale Corona-Demonstrationen ab – rp-online.de).

Aber um fair zu bleiben, ist es natürlich absolut richtig, dass Sie, Herr Link, sich „umgehend mit den Wirtschaftsbetrieben in Verbindung“ setzten, „damit diese sich um das Entfernen kümmern.“ (Zitat: Stadtsprecherin Anja Kopka, Quelle: Unbekannte besprühen Duisburger Rathaus: „Man ,spaziert’ nicht mit Nazis“ – waz.de).

Noch richtiger – also eigentlich viel besser – wäre gewesen, das zum Anlass zu nehmen, eine Message zu platzieren. Vielleicht so in etwa: Schmierereien an historischen Gebäuden sind keine angemessene Art des Protestes. Geht lieber auf die Straße und zeigt den Querdenker:innen die rote Karte (*Rheinturm-Smiley*).

Denn natürlich gehört der Satz „Man ‚spaziert‘ nicht mit Nazis“ nicht außen an das Rathaus, nein! Dieser Satz sollte von innen aus dem Rathaus kommen! Laut und deutlich!

Das, Herr Link, hätte eine Signalwirkung, die jedes Leuchturmprojekt in den Schatten stellt. Und das Beste: es endet nicht in einem Millionengrab, zerstört nicht alte Baumbestände und Naherholungsgebiete, um für betonierte Uferpromenaden Platz zu machen. Es kostet nicht mehr als ein Anruf bei den Duisburger Wirtschaftsbetrieben.

Gern geschehen.

Mit sozialdemokratischem Gruße (*Zwinker-Smiley*)
Die PARTEI Duisburg

Heiko Schubert, Sabine Hampe, Katja Bieker und Anton Posny
(Der Vorstand)

Offener Brief als zum Download als PDF:

Heiko Schubert

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